Wozu der Einsatz eines Temperatursystems?

Der Mensch ist auf eine konstante Körperkerntemperatur angewiesen, damit alle Körperfunktionen ungestört ablaufen können. Ein gesunder menschlicher Körper bei Bewusstsein ist dazu im Stande, seine Körpertemperatur auch bei wechselnden Temperaturbedingungen anzupassen und aufrechtzuerhalten. 
Lediglich in einigen speziellen Fällen wird der Effekt der Hypothermie bewusst genutzt, wie zum Beispiel in der Notfall- und Intensivmedizin, der Herz- oder Neurochirurgie. Im Normalfall jedoch ist eine Hypothermie unerwünscht, da hierdurch die physiologischen enzymatischen Prozesse des Körpers beeinflusst werden. Dies kann zu einer Reihe von Komplikationen führen, beispielsweise einem erhöhten Blutverlust aufgrund von Gerinnungsstörungen, kardialen Komplikationen, einem postoperativen Unbehagen und Shivering, einem höheren Wundinfektionsrisiko und damit zusammenhängend einer verzögerten Wundheilung. Die aufgeführten Komplikationen können wiederum einen verlangsamten Genesungsprozess des Patienten mit einer längeren Verweildauer im Krankenhaus und somit höhere Kosten nach sich ziehen.

Um die aufgeführten Risiken und Kosten weitestgehend zu minimieren, ist der Einsatz eines umfassenden Temperaturmanagementsystems nicht nur vorteilhaft, sondern notwendig. Dabei sollte das ausgewählte Temperaturmanagementsystem das Krankenhaus-Team durch präoperative, intraoperative als auch postoperative Einsatzmöglichkeiten zur Patiententemperierung unterstützen.

Das MoeckWarmingSystem®

Ein effizientes Temperaturmanagementsystem als Bestandteil einer qualitätsorientierten Patientenversorgung.

Das MoeckWarmingSystem® gibt Ihnen mit seinen verschiedenen Produktlösungen sowohl ein effektives als auch flexibles Werkzeug zur optimalen Temperierung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten an die Hand. Es wurde mit dem Ziel entwickelt, die tägliche Arbeit in medizinischen Einrichtungen mit Augenmerk auf eine qualitätsorientierte Patientenversorgung bestmöglich zu unterstützen.

Das Prinzip

Basierend auf der Nutzung von konvektiver Luftübertragung besteht das MoeckWarmingSystem® aus einem Warmluftgerät (Twïnwarm) und verschiedenen Modellen von wiederaufbereitbaren textilen Decken (Temperierung von oben), Unterlagen (Temperierung von unten) sowie der Kombination von beiden (Temperierung von oben und unten). Dabei wird die vom Warmluftgerät erzeugte und temperierte Luft über ein bis zwei flexible Schläuche in das Innere des jeweils angeschlossenen textilen Produktes geleitet. Durch die sorgfältig ausgewählten Materialien der textilen Produkte verteilt sich die zugeführte Luft gleichmäßig und flächig entlang der Körperkontur des Patienten, so dass dieser entsprechend der gewünschten Einstellung am Warmluftgerät effektiv temperiert wird – ohne einen Luftstau zu verursachen.

Das MoeckWarmingSystem® im Detail

Aufbau der textilen Decken und Unterlagen

Die roten Pfeile schematisieren das Prinzip der Luftverteilung.

Die textilen Produkte des MoeckWarmingSystem® setzen sich aus bis zu drei sorgfältig ausgewählten technischen Textilien zusammen, die jeweils bestimmte Funktionen erfüllen und in Kombination ein optimal aufeinander abgestimmtes System bilden. So besteht die grüne, dem Patienten zugewandte Seite, aus einem feinporigen Filamentgewebe (circa 35 µm Porengröße), welches durch seine Oberflächenstruktur eine gleichmäßige, ganzflächige Luftverteilung ermöglicht. Durch seine Materialzusammensetzung verfügt das Filamentgewebe über ein gutes Feuchtetransportvermögen und eine schnelle Trockenzeit, so dass die Hautoberfläche verhältnismäßig trocken bleibt, was die Gefahr einer Auskühlung durch sogenannte Verdunstungskälte grundsätzlich verringert. Zudem wirken eingebundene Carbonfasern einer statischen Aufladung entgegen. Das weiße Material ist mit einer Beschichtung ausgerüstet, die als Luft- und Flüssigkeitsbarriere dient. Auf diese Weise wird die zugeführte Luft dorthin geleitet, wo sie benötigt wird – nämlich zum Patienten.

Ferner wird ein Flüssigkeitsdurchbruch an der patientenabgewandten Seite gehemmt. Alle Unterlagen beinhalten darüber hinaus ein 3D-Textil, welches bei einer Flächenbelastung die Druckspitzen reduziert und somit das Dekubitus-Risiko minimiert. Durch seinen elastischen Charakter passt es sich der Körperkontur an, wodurch eine Temperierung ohne Unterbrechung an den Auflagepunkten und bei jeder Lagerung möglich wird.


Dabei zeichnen sich alle eingesetzten textilen Materialien durch eine hohe Festigkeit, Strapazierfähigkeit, Röntgendurchlässigkeit aus und sind grundsätzlich latexfrei. Auch sind unsere textilen Produkte zu anderen medizinischen Warmluftgeräten kompatibel. Auf Wunsch informieren wir Sie hierzu gerne näher.

Temperierung von unten im Vergleich


Konduktive Wärmesysteme, wie beispielsweise eine Heizmatte, temperieren den Patienten durch Kontaktübertragung an der Auflagefläche. Bei konduktiven Systemen von unten ist die Kontaktfläche daher verhältnismäßig gering.

Herkömmliche, konvektive Einweg-Papierwärmedecken werden an den Auflagepunkten unter dem Patienten zusammengedrückt und quellen zu den Seiten auf. Dadurch ist die Kontaktfläche der Temperaturübertragung größer als bei konduktiven Systemen.

Das MoeckWarmingSystem® ermöglicht aufgrund des integrierten 3D-Textils zusätzlich an den Auflagepunkten eine gleichmäßige Luftverteilung der zugeführten Luft. Durch seinen textilen Charakter schmiegt sich das Filamentgewebe entlang der gesamten Körperkontur an.

 

Auflagedruckmessung im Vergleich

Auflagedruckmessung des Beckens auf dem herkömmlichen OP-Tisch ohne Auflage.

Auflagedruckmessung des Beckens auf dem herkömmlichen OP-Tisch unter Verwendung der Unterlagen des MoeckWarmingSystem® mit integriertem 3D-Textil.

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